Vernissage: Angerichtet - Abgelichtet



Am 20.10.2023 um 18.30 Uhr fand die Vernissage zu unserer Ausstellung 

Angerichtet - Abgelichtet

statt. Entstanden durch das Buchprojekt mit Jacqueline  Römmele, die ein vegetarisches Kochbuch mit Rezepten von Alten Gemüsesorten geschrieben hat und wir hierzu die Bilder kreiert haben.
Die Besucher erlebten ein besonderes sinnliches Erlebnis zwischen Kunst, Kreativität, Genuss und Seherlebnis. Wer schon bei uns war, weiß, dass die Vernissage immer eine Besonderheit ist!
Außer Badger's Drift, die musikalisch durch den Abend führten und einem einzigartigen Kalender gab es exklusiv das Kochbuch vor Ort! Jacqueline Römmele stellte es und sich vor und wir freuen uns, Teil dieses Projekts gewesen zu sein!

Für das leibliche Wohl war gesorgt und wie bisher, konnte man dafür mit einer Spende unser Engagement belohnen. Die Ausstellung ist selbst finanziert von den Fotofreunden. Herzlichen Dank für die Spenden. 

Im Rahmen des Projektes ist unser Wandkalender entstanden, Restbestände sind noch vorhanden und können bei den Fotofreunden erworben werden.

Bericht über unsere Ausstellung, veröffentlicht im Neckarsulm Journal 26. Oktober 2023:

 

Alte Sorten" als neue Herausforderung für die Fotofreunde Neckarsulm

 

Das Thema für die nächste Ausstellung der Fotofreunde Neckarsulm nach 2019 kam in Person von Jacqueline Römmele. Und damit war plötzlich Essen und Trinken als Nachfolger der herrlichen „Lost Places", die die Gruppe zuletzt belichtet hatte. Römmele kam als Botschafterin der „GemüseAckerdemie" beim Vermitteln von traditionellem Wissen über Gemüseanbau an Kinder in Kitas und Schulen auf das Thema „Alte Sorten" und wurde vom Chris­tian Verlag angesprochen, ob sie nicht ein Kochbuch zu diesem Thema schreiben könnte. Sie fühlte sich in ihre Kindheit zurückversetzt, als sie mit der Oma auf dem Acker war und wollte wieder Erde spüren. Für die wichtigen Fotos im Buch sprach sie bei Elysen Butz in seiner Druckerei vor und fand begeisterte Resonanz. Die Fotofreunde waren gleich mit einem Dutzend Kameras dabei - auf dem Acker beim Säen, Pflegen und Ernten des Gemüses und bei den vielen Kochsessions, bei denen drei bis vier Fotofreunde die speziellen Gerichte in möglichst anschauliche ästhetische Bilder umsetzten und auch das Essen hinterher genossen. Dank des Verzichts auf künstliche Beigaben, die die Speisen noch kameratauglicher machen sollen, sprach nichts gegen eine nachhaltige Verwendung der Gerichte. Nicht immer waren die Ernteergebnisse optimal und das Rote-Beete-Carpaccio musste die Autorin viermal umsetzen, bis es die optimale Qualität hatte.

Jetzt bei der Ausstellungseröffnung waren die Geschäftsräume von Elysen Butzs „Digitale Medien" in der Heilbronner Kreuzenstraße überfüllt von Freunden, Interessierten und anderen Gästen, die von den teilweise riesigen Bildern restlos begeistert waren. Mit in rohen Brettern befestigten Aufnah­men in der Umgebung von Tischdekorationen, Gemüsekörben und zum Thema passenden Schmuckbildern ga­ben einen Eindruck von der Passion, mit der sich die Fotofreunde in die Food-Fotografie vertieft hatten. Nicht leicht war es, die heiße Kartoffel qualmen zu lassen, aber Ute Göbner-Hanselmann fand einen Weg. Zunächst verinnerlichten Ute Göbner-Hanselmann und ihre Kolleg*innen die Vorgaben des Verlags. Der verlangte tiff-Bilder im Hochformat, um die Fotos verlustfrei beschneiden und komprimieren zu können.

Das erhöhte zwar das Datenvolumen, brachte aber bei 300 dpi und der vorgeschriebenen Pixelzahl qualitativ sehr gute Aufnahmen. „Wir haben viel dazugelernt" beurteilt die leidenschaftliche Fotografin die neue Aufgabe. Ihr Kollege Gerhard Hölzel berichtet von der Forderung nach Nähe und durchgehender Schärfe. Das verlangt eine passende Kameraeinstellung und das Wichtigste beim Fotografieren: Licht. Versuche mit Blitz gab man schnell auf und verwendete dann Lichtboxen. Außerdem hatte man schnell ein Auge für die passenden Requi­siten wie Besteck, gefüllte Weingläser und die richtige Farbe des Hintergrunds. Er war dann öfter auf dem Wochenmarkt und suchte nach Motiven zur Abrundung der Stimmung. Die Arbeit auf dem Acker gefiel ihm und er genoss die Treffen, bei denen hinterher die Lebensmittel gegessen wurden. 

In den Arbeitsräumen von Elysen Butz war in den letzten Wochen Arbeiten nur noch eingeschränkt möglich.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung nahmen immer mehr Raum ein. Er selbst war zusätzlich in der Umgebung unterwegs. Um die Ausstellung the­matisch von den Bildern im Kochbuch zu unterscheiden, wollte er auch Menschen zeigen. In der Gärtnerei Stahl fand er einen Betrieb, der ebenfalls Wert auf alte Sorten legt und den Boden traditionell bearbeitet. Vom Inhalt und vom Format her beeindruckend war die Aufnahme von Imke Grübele, ihr Bild mit buntem Gemüse hat gut sechs Quadratmeter und war ein begehrter Blickfang für alle Besucher.

Zusammen mit der leidenschaftlichen Einführung von Silvia Hoff­mann, der musikalischen Begleitung der Gruppe Badger's Drift, den von fleißigen Helfern servierten Köstlichkeiten, den Weinen von Christian Drautz und der Buchpräsentation von Jacqueline Römmele war die Vernissage ein kulturelles Erlebnis, das nur mit viel Einsatz und Leidenschaft gelingen kann.

                 

Text/Bilder:  Pek - Peter Klotz